„Wir werden auf jeden Fall Sieger der Herzen sein“
„Wir werden auf jeden Fall Sieger der Herzen sein“
Ostern in Kolding/Dänemark: die pure Entspannung an der Nordsee mit [...]
Ostern in Kolding/Dänemark: die pure Entspannung an der Nordsee mit geräumiger Unterkunft, viel Musik, leckerer Pizza und mit genauso entspannten wie pflegeleichten Jugendlichen aus der A- und B-Jugend, die sich stets benommen haben und die in allen Spielen an ihre Leistungsgrenze gekommen sind. Oder?!
Ja, Moin!
Letztes Jahr zu Ostern noch in Arnheim, dieses Jahr wieder in Kolding. Die pure Entspannung an der Nordsee (haben wir vom Bus heraus sehen können) mit geräumiger Unterkunft (es war ein Klassenzimmer), viel Musik (übelster Techno von unseren holländischen Zimmer-Nachbarn schon am frühen Morgen), leckerer Pizza (schweineteuer) und mit genauso entspannten wie pflegeleichten Jugendlichen aus der A- und B-Jugend, die sich stets benommen haben (meistens. Manchmal. Je nachdem, wen man fragt und an wen von den Jungs man denkt) und die in allen Spielen an ihre Leistungsgrenze gekommen sind (ich vergebe feierlich den Titel Sieger der Herzen an meine B-Jugend). Ist quasi wie Urlaub. Fast. Oder auch nicht.

Jungs, wieso?
Zum Glück war Joris dabei. Außerdem hatten wir mit Mario einen erfahrenen Kindergärtner an Bord und ein Boost durch dreifache Bober-Power. Dazu kamen Till und Mats für die A-Jugend und das übergeordnete Organisations-Präsidium, Ute & Carsten. Was kann da schon schiefgehen?

Mit einem Doppeldecker-Bus, organisiert vom Veranstalter, sind wir pünktlich an Karfreitag um halb 9 in Schalksmühle abgeholt worden. Erster wichtiger Hinweis an meine Mannschaft: bitte Medizinkoffer, Leibchen und Trikots im Fahrzeug verstauen.
Wir haben uns den Bus mit Eintracht Hagen und der JSG Else-Wiehen Wölfe (Ostwestfalen, irgendwo in der Gegend um Rödinghausen, Kreis Herford) geteilt. Bei den zuletzt einsteigenden Wölfen war für den Busfahrer erstmal eine Runde Tetris angesagt, um alle Taschen im Bus unterzubringen. Joris, Till, Mats und ich haben uns unten einen Viererplatz geteilt – deutlich entspannter als oben auf jeden Fall. Gegen 19 Uhr und einem Zwischenstopp an der Schule zum Taschen ausladen („Jungs, bitte Medizinkoffer, Leibchen und Trikots nicht vergessen“) waren wir an der Sydbank-Arena angekommen, wo rund eine Stunde später die Eröffnungsfeier steigen sollte. Zehn Stunden Fahrt reichten dann auch.
Leider war die Eröffnungsfeier eher eine Enttäuschung. Bei unseren letzten Besuchen ging die Feier rund eine Stunde, diesmal war der Spaß nach 15 Minuten beendet. Für einen ersten Eindruck von dieser tollen Arena reichte es aber allemal.

Anschließend ging es zurück zur fußläufig rund 30 Minuten entfernten Schule. Joris und die Jungs gingen spazieren, ich wurde gefahren. Es gab dafür sinnvolle organisatorische Gründe, die mir allerdings entfallen sind. Schule & Klassenzimmer, wie die Hallen in Dänemark: modern & gut ausgestattet. Müde nach der langen Fahrt ging der erste Abend ruhig und einigermaßen frühzeitig zu Ende.
Um 8:20 Uhr, und dem Hinweis, doch bitte Medizinkoffer, Leibchen und Trikots mitzunehmen, ging es dann mit einem Shuttle-Service zur Sydbank-Arena, wo wir am Samstag unsere Spiele absolviert haben. Gegen halb 10, gegen 13 Uhr und zum Schluss gegen 18 Uhr. Sehr lange Pausen zwischen den Spielen. Wir trafen am Samstag auf den SV Koweg Görlitz (Oberliga Sachsen), den TV Oyten (Oberligameister Niedersachsen) und die SG Hamburg-Nord (Regionalliga). Am Sonntag folgten noch Duelle mit dem TV Georgsmarienhütte (Oberliga Niedersachsen) und die (lt. App des Veranstalters) HSG Schönberg. Ich hab beim Googlen nur einen TSV Schönberg (Schleswig-Holstein) gefunden. So oder so eine schwere Gruppe mit starken Gegnern. Gut so.
Wir haben versucht, eine gesunde Mischung hinzubekommen. Wir waren 8 Feldspieler + zwei Torhüter und haben die Tour als Saisonabschlussfahrt absolviert (und nicht als Vorbereitung auf die Quali). Alle sollten viele Spielanteile bekommen, das reine Ergebnis sollte nicht entscheidend sein. Trotzdem haben wir natürlich den Anspruch, gewinnen zu wollen. Gegen Oyten waren wir in allen Bereichen grottenschlecht, ansonsten haben die Jungs das gegen die höherklassigen Gegner insgesamt sehr ordentlich gemacht. Am Ende sprang Platz 5 als Ergebnis heraus. Das war in Ordnung, es war trotzdem durchaus ein bisschen mehr drin.
Sei´s drum. Durch das späte letzte Spiel am Samstag sind die Jungs gleich in der Halle geblieben. Soweit ich weiß. Angeblich. Jedenfalls war am gleichen Ort am Abend eine Disco im Angebot. Nachdem ich die erste Frage der Jungs in Bezug auf die Disco mit „nein“ beantworten musste, war die Motivation des Teams für die Veranstaltung irgendwie signifikant gesunken. Wie wohl die Frage lautete!? War mir aber auch egal. Das Trainerteam aus A und B waren nämlich am gleichen Abend mit Carsten zum Restaurantbesuch verabredet. Dafür konnten die Jungs ihre Taschen schon mal im Auto verstauen. Medizinkoffer, Leibchen und Trikots wurden nach meiner freundlichen Erinnerung ebenfalls auf die Wagen von Mario und Carsten verteilt. Wir gingen also Essen, Ute blieb in der Arena als Geschäftsleitung und Ansprechpartner für die Jugendlichen, die, wie gesagt, sicher alle ausnahmslos vor Ort waren.
Nach Disco & Abendessen waren alle Mitternacht wieder im Klassenraum versammelt. Müde nach dem langen Tag wurde es im Rahmen der Möglichkeiten wieder eine ruhige Nacht. Auch, wenn am nächsten Tag Vorwürfe laut wurden, es hätte der ein- oder andere geschnarcht. Jannis!? Taha?! Egal. Ich hab einigermaßen geschlafen.
Am frühen Sonntagmorgen und dem Hinweis, doch bitte Medizinkoffer, Leibchen und Trikots mitzunehmen, absolvierten wir am Vormittag die letzten beiden Spiele in Fredericia. Vor Ort: sechs Spielflächen, Fitnessstudio, Schwimmhalle, Kegelbahn, große Cafeteria… Ähm. Hallo?! Und wir spielen nach 100 Jahren immer noch… aber hey, bei der nötigen Finanzierung sind Sporthallen auf der Agenda leider weit unten angesiedelt. Gibt halt (scheinbar) immer Wichtigeres.
Jedenfalls haben wir uns nach unseren Spielen noch die ebenfalls dort stattfindenden Halbfinals angesehen und haben vor Ort noch entspannt eine Kleinigkeit gegessen, ehe es am Nachmittag zurück zur Schule ging (nach dem obligatorischen Hinweis ans Team, bitte Medizinkoffer, Leibchen und Trikots mitzunehmen).
Abends haben wir uns in der Sydbank Arena die Finalspiele der weiblichen A-, sowie der männlichen A+B-Jugend angesehen. Äußerst beeindruckend. Hohes Niveau, teils hochspannend und alle Akteure absolut fair im Umgang miteinander. Das war richtig gut anzuschauen!
Für den Abend hatten wir zur Schule Familienpizzen bestellt. Es gab den obligatorischen Trikottausch. Bevor hier Panik aufkommt: nein, nicht die aktuellen Trikots. Die Jungs hatten aus alten, privaten Beständen mitgebracht. Insbesondere die Bobers waren mit großem Fundus angereist. Haupt-Tauschpartner waren diesmal die Jungs des TuS 04 Kaiserslautern Dansenberg. Jetzt läuft meine Mannschaft mit Tus 04-Trikots beim Training auf. Find ich gut. Ist mal was Anderes.

Pünktlich um Mitternacht haben wir Yuşa auf angemessene Weise zum Geburtstag gratuliert und ein bisschen gefeiert. Etwas später als in den Tagen zuvor ging es für alle zurück ins Klassenzimmer in die letzte Nacht.
Ostermontag stand die Rückreise auf dem Programm. Weil aus den jeweiligen Mannschaften einige Jungs in Dänemark blieben, war das Einladen des Gepäcks diesmal unproblematischer. Beim Einsteigen in den Bus fragte mich ein Betreuer von den sympathischen Wölfen, ob das auf dem Parkplatz unser Medizinkoffer wäre. „Schere“ bzw. mein Fehler: ich hatte an diesem Morgen vergessen, die Jungs darauf hinzuweisen, bitte Medizinkoffer, Leibchen und Trikots im Bus zu verstauen. In Hagen hatte unser Busfahrer noch einen spektakulären Auftritt, weil er versehentlich einen kleinen Umweg durch ein Wohngebiet nahm, dafür aber hochpräzise durch die für einen Doppeldecker engen Straßen navigierte. Kostete uns allerdings rund 45 Minuten und einige fassungslose Blicke von Passanten extra – es wurden wieder gut 10,5 Stunden Fahrtzeit bis zum Ziel.
Wir hatten ein wirklich schönes Wochenende zusammen. Die Jungs haben es Joris und mir leicht gemacht und dafür gesorgt, dass wir nicht das Gefühl hatten, alle fünf Minuten schauen zu müssen, ob sich alle benehmen. Glück gehabt – stimmts, Milad?! Es war ein Fest mit Fynn, Jason, Oleksii, Teo, Taha, Max, Milad, Jannis, Tom und Yuşa.
Mit besonderem Dank an Ute & Carsten für die Organisation schon weit vor der Fahrt und vor Ort. An alle Sponsoren, die dafür gesorgt haben, dass die Fahrt ein bisschen günstiger wurde. An Mario, Tim, Marc und Luca für Fahrdienste & Support in den Hallen. An Joris für die große Unterstützung in allen Lagen am gesamten Wochenende sowie an Till und Mats für das angenehm nette und freundschaftliche Miteinander.









