Im Keller brennt noch Licht: SGSH Dragons bezwingen Topteam Rodgau überraschend 35:31

Im Keller brennt noch Licht: SGSH Dragons bezwingen Topteam Rodgau überraschend 35:31

7. Februar 2026

Bericht: Kevin Wagener / LokalDirekt

Foto: Jan Schriever / SGSH

Auf dem Papier wenig zu verlieren und zwei immens wichtige [...]

Auf dem Papier wenig zu verlieren und zwei immens wichtige Punkte gewonnen: Die Handballer der SGSH Dragons setzen am Samstagabend, 7. Februar, ein dickes Ausrufezeichen und bezwingen das Liga-Schwergewicht HSG Rodgau Nieder-Roden völlig verdient mit 35:31 (20:16). Ein gut aufgelegter Luca Jannack und das Trio Infernale Jaeger lassen die Mühlenstraße kochen.

 

Die Dragons kamen erstaunlich gut aus der Kabine und setzten gegen das Topteam der HSG Rodgau Nieder-Roden früh starke Ausrufezeichen. Nach dem Trainerwechsel von Lars Faßbender hin zum neuen (und bisherigen Co-) Trainer Sascha Šimec sowie Zweitmannschaftscoach Acé Jonovski und dessen Assistent Bogdan Criciotoiu war ein anderes Auftreten zu erkennen. Dafür mitverantwortlich war auch Neuzugang Maximilian Jaeger: Der dritte Bruder der Jaeger-Familie im Trikot der SGSH setzte mit seinem Premierentor gleich ein erstes Signal (2.). Die Dragons hielten den Favoriten von Beginn an und über die gesamte erste Hälfte hernach geschickt in Schach, gestalteten die Partie auf Augenhöhe und ließen im weiteren Verlauf sogar mehrfach Chancen auf eine höhere Führung liegen. Auch die Unterzahl (Philipp Jaeger, 10.) überstanden die Sauerländer ohne Weiteres.

Allzu folgerichtig zog Nieder-Roden die erste Auszeit (10:9, 15.), spielbestimmend blieben aber die Sauerländer – und allen voran die Gebrüder Jaeger. Felix traf zum 11:9 (17.) und zum 12:10 (19.), neben Max war auch Philipp bis dahin bereits erfolgreich gewesen. In die Karten spielte der SGSH sicher auch der Platzverweis für Wunderlich (23.), in dessen Folge der hart angegangene Felix Jaeger erstmal von der Platte musste, aber kurze Zeit  später wieder zuschlug und prompt zum 17:15 traf (27.). Kurz darauf glänzte Torhüter Luca Jannack mit einer starken Parade, im Gegenzug besorgte Athanassoglou das 18:15 – erstmals lagen die Dragons mit drei Treffern vorn (29.). Den Schlusspunkt vor der Pause setzte ebenfalls das Zusammenspiel Jannack/Jaeger: Mit der Sirene bediente der Keeper mustergültig Max Jaeger, der zum 20:16 einnetzte. Eine komfortable Pausenführung für die SGSH Dragons, die in Durchgang eins mit Tempo, Aggressivität und mannschaftlicher Geschlossenheit zu gefallen wussten. Ein Effekt war erkennbar, allerdings sind bei der SGSH auch hohe Führungen bekanntlich kein Ruhekissen. Eine spannende zweite Halbzeit war vorherzusehen – und sie wurde spannend.

SGSH beweist Nervenstärke

Nach zwei Pfostentreffern, einem auf jeder Seite, meldete sich Rodgau nach einem Doppelschlag direkt wieder an (33.). Die Sauerländer mussten in dieser Phase fünf Minuten auf den nächsten eigenen Treffer warten und spätestens mit dem 25:21 durch Philipp Jaeger nach Ballgewinn (41.) war klar: Der Ernst der Lage schien endlich angekommen. Die SGSH trat über weite Strecken der Partie defensiv konzentriert und diszipliniert auf, offensiv mit deutlich weniger Fehlern als zuletzt. Den Simec-Jungs machte das Handballspielen jetzt richtig Spaß und erhöhten zwischenzeitlich auf 28:22 (45.). Nach dem nächsten defensiven Offenbarungseid gegen Longerich (42 Gegentore) präsentierten sich die Dragons am Samstagabend in Halver wie verwandelt.

Durch mehrere Siebenmeter robbte sich der Favorit Tor um Tor allerdings wieder heran (51./52.), plötzlich stand es nur noch 31:29. In der Crunch-Time wurde es also wieder eng: Trotz eines wichtigen Blocks (54.) und einiger Paraden gerieten die Dragons ins Wanken. Der Anschlusstreffer zum 31:30 fiel erneut vom Strich (55.), wenig später sogar der Ausgleich zum 31:31 (57.). Während die Dragons wieder eine hohe Führung aus der Hand gaben und dass große Zittern bevorstand, wuchs der Keeper der HSG nun über sich hinaus. An diesem Samstagabend aber sollten die Drachen standhaft bleiben. Brian Gipperich traf zum 32:31 (58.), Luca Jannack parierte im Gegenzug überragend. Hochspannung in der Mühlenstraße! Felix Jäger übernahm Verantwortung und erzielte das enorm wichtige 33:31 (59.) – es war bereits sein zwölfter Treffer. Rodgau nahm die Auszeit, traf danach nur den Pfosten. Ein Wechselfehler der Gäste brachte der SGSH die entscheidende Überzahl, die Julian Athanassoglou eiskalt zum 34:31 nutzte (60.), ehe  Igor Panisic mit dem 35:31 den Deckel draufmachte.

Heimsieg gegen Rodgau! Im Tabellenkeller brennt noch Licht. Die SGSH Dragons hatten gegen das Schwergewicht der Liga nichts zu verlieren – und gewinnen vor der Ligapause mit Mut, Disziplin und einem überragenden Felix Jäger zwei immens wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.

Match Facts

SGSH Dragons 35:31 HSG Rodgau Nieder-Roden

SGSH Dragons: Bach, Gipperich (1), Panisic (2), Pacek, Plate, Austermann (1), Buschhaus (3), N. Jannack, L. Jannack, Athanassoglou (4), Börner, Klinkby-Knudsen, F. Jaeger (12), P. Jaeger (5), Voss, M. Jaeger (4).

Schiedsrichter: Jérôme Breuer, Dennis Schaaf.
Siebenmeter: SGSH -/- – HSG 6/6
Zeitstrafen:
SGSH 4 – HSG 1

B.V.: Rote Karte Wunderlich (HSG Rodgau, 23.)